DIE GRÖSSTE GESCHICHTE – BIBEL
GESCHICHTEN FÜR KINDER
Von: Kevin DeYoung
Verlag: Verbum Medien GmbH, Bad Oeynhausen
Rezensionsexemplar: 1. Auflage 2024
Format: 18 x 23,5 cm, gebunden, 529 Seiten

Zielgruppe: ab 6 Jahre
reine Lesezeit: 2-3 min pro Kapitel
Die „massive“ (529 Seiten dick!) Kinderbibel „Die größte Geschichte“ ist – wie auch die „Kurzfassung“ vom gleichen Autor – keine Kinderbibel im klassischen Sinn. Es geht immer um eine Person, die den „roten Faden“ bildet, der sich durch die gesamte Bibel zieht – Christus. Dabei ist dem Autor wichtig, dass das vorliegende Buch ein „Geschichtenbuch über die Bibel“ ist, „aber es ist nicht die Bibel.“ Er sagt: „Obwohl ich mich darum bemüht habe, mir keine künstlerischen Freiheiten mit dem Text der Schrift herauszunehmen, habe ich sie auch nicht einfach wiederholt. In diesem Buch finden wir eine theologisch gedachte und erlösungszentrierte Interpretation der wichtigsten Geschichten der Bibel. Ich bin überzeugt, dass es eine wahre und gereue Interpretation (in Wort und Bild) ist, aber es ist nicht das inspirierte, unfehlbare Wort Gottes. Wenn du wählen musst, ob du die Bibel oder dieses Buch liest, dann lies unbedingt die Bibel.“ (S. 10)
In der Einleitung unterstreicht Kevin DeYoung noch einmal das Besondere der Bibel: „Die Bibel ist ein dickes Buch, ein altes Buch und das beste Buch. Alles in der Bibel ist von Gott inspiriert (vgl. 2. Tim 3,16). Alles dient zu unserem Besten (vgl. 2. Tim 3,17). Und alles dreht sich am Ende um Jesus Christus (vgl. Lk 24,27; 2. Kor 1,20).“ (S. 12)
In 104 Kapitel geht es durch die gesamte Bibel. Gegliedert sind die Geschichten in sieben Teile:
Teil 1 – Pentateuch – 1. bis 5. Mose
Teil 2 – Geschichte – Josua bis Ester
Teil 3 – Poesie – Hiob bis Hohelied
Teil 4 – Die Propheten – Jesaja bis Maleachi
Teil 5 – Die Evangelien – Matthäus bis Johannes
Teil 6 – Apostelgeschichte & Briefe – Apostelgeschichte bis Judas
Teil 7 – Offenbarung
Kevin DeYoung gelingt es immer wieder, mit einfacher und abwechslungsreicher Wortwahl, die Geschichten der Bibel anschaulich vorzustellen. Dabei bringt er stellenweise einen gewissen Witz mit lustigen Vergleichen oder humorvoller Sprache hinein. Hier und da ist es ganz nett. Gelegentlich davon etwas weniger, hätte mir auch gefallen.
Der Autor beschränkt sich auf das Wesentlich und immer wieder greift er den heilsgeschichtlichen, roten Faden auf, indem er auf Christus hinweist. Er bleibt damit seiner Linie treu, die Bibel als eine Geschichte vorzustellen. Dabei ist schön zu sehen (oder zu lesen), dass er die Texte sehr bibeltreu wiedergibt.
Auch greift er Themen auf, die sonst üblicherweise kaum in Kinderbibeln auftauchen. Oder hast du schon mal in einer Kinderbibel von den Töchtern Zelofhads gelesen? Oder etwas von den Propheten Hosea, Amos, Sacharja, Maleachi gehört?
Jedes Kapitel endet mit einem kurzen Gebet. Es sollte als Anregung dienen, dass wir biblische Geschichten nicht einfach nur vorlesen, sondern auch mit den Kindern beten. Das Gebet gehört unbedingt dazu, wenn wir die Bibel lesen. Es ist eine gute Übung, wenn es für die Heranwachsenden zu einer Routine wird – keine traditionelle Routine, sondern vielmehr ein gelebte Notwendigkeit, die dazu führt, dass wir darauf nicht mehr verzichten wollen.
Eine besondere Stelle möchte ich hervorheben, die uns als Eltern und (hoffentlich) Erwachsene im Glauben motivieren sollte, die Zusammenhänge und Lehre der Bibel zu kennen und weiterzugeben. Kevin DeYoung macht im Kapitel 56 „Die Sünde, die nicht begangen wurde“ (Matthäus 4) den Vergleich zwischen dem Herrn Jesus, der in der Wüste vom Teufel versucht wurde und dem Volk Israel, das sich auf der Wüstenreise befand. Er stellt vor: „Der Teufel wollte, dass Jesus nach Brot schreit (wie Israel es getan hat), Gott herausfordert (wie Israel es getan hat) und andere Götter anbetet (wie Israel es getan hat). Drei Mal versuchte der Teufel es. Drei Mal scheiterte er. Drei Mal wurde der Sohn Gottes versucht. Drei Mal hat der den Test bestanden.“ (S. 298 – Hervorhebungen durch Verfasser).
Diese Kinderbibel ist ein farbenfrohes Buch – es gibt tatsächlich kein weiße Seite – wo die Kinder viel zu gucken und zu entdecken haben. Am besten geeignet ist sie ab dem Grundschulalter, sowohl zum Vorlesen, als auch zum Selbstlesen, wenn die Kinder schon größer sind.
Eigentlich gibt es nichts Negatives zu berichten – eigentlich … seien wir ehrlich, irgendwo ist immer etwas nicht 100%ig.
Für mich sind nur zwei kleine Punkte erwähnenswert:
Auf Seite 198 in Kapitel 37 heißt es: „Selbst dann, wenn sie das Gericht verdienen, hat Gott einen Plan, um seine Auserwählten zu retten.“ (Hervorhebung durch Verfasser). Der Begriff „Auserwählten“ ist vielleicht etwas unglücklich gewählt und könnte dazu führen, calvinistischer Lehre Vorschub zu geben.
Auf Seite 291 in Kapitel 54 wird von einem „ärmlichen Stall“ gesprochen, als die Weisen aus dem Morgenland den König der Könige besuchen. Weder bei der Geburt des Herrn Jesus, noch als die Weisen gekommen waren, ist von einem Stall im biblischen Bericht die Rede. Bei den Weisen wird ausdrücklich erwähnt, dass sie in ein Haus gekommen sind.
Abschließend kann ich nur meine Empfehlung für diese Kinderbibel aussprechen! Sie ist sehr ansprechend und kurzweilig zu lesen. Und zwischendurch wird immer auf die eine Person hingewiesen: Christus!
Kaufempfehlung: 👍